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1975: In der DDR werden 16.000 Ausreiseanträge gestellt – so viel wie nie zuvor.

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Obwohl auch die DDR die Schlussakte von Helsinki unterzeichnet hat, werden in Ost-Berlin Menschen aus politischen Gründen vor Gericht gestellt.

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Der West-Berliner Anwalt Reymar von Wedel kümmert sich im Auftrag der Evangelischen Kirche um solche Inhaftierten.

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Die Bundesregierung stellte Listen auf von Häftlingen, die sie befreien wollte.

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Es wandten sich an die Kirche sehr viele Leute im Westen und auch im Osten.

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Die östlichen Sachen bearbeitete Herr Stolpe und die westlichen Sachen bearbeitete ich.

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Ich prüfte die Sachen und gab sie dann weiter an die Listen und veranlasste, dass sie raus kamen.

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Seit 1962 kauft die Bundesrepublik politische Häftlinge aus der DDR frei.

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1975 werden dafür erstmals mehr als 100 Millionen D-Mark aufgewendet. 

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Die freigekauften Häftlinge werden auf Wunsch in die DDR entlassen oder mit Bussen in den Westen gebracht.

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Größeres Aufsehen soll vermieden werden, schließlich ist die Maßnahme nicht unumstritten.

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Die Bundesrepublik macht Menschenhandel, sie handelt mit Menschen gegen Geld, darin liegt schon ein moralischer Vorwurf.

01:23.775 --> 01:26.390
Aber wir von der Kirche, wir hatten nicht die geringsten Bedenken,

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Wir dachten, wir helfen den Leuten in die Freiheit, dann sollen Sie doch ruhig Geld dafür bekommen.

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Die Freiheit ist doch viel wichtiger als das Geld, das sie kriegen.

