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1972 - Elf Jahre steht die Mauer schon.

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Die deutsch-deutsche Annäherung bringt weitere Erleichterungen für die Menschen.

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West-Berliner können nun bis zu acht Mal pro Quartal in den Osten reisen.

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Nicht alle Besucher zwischen Müggelsee und Alex sind Touristen:

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Die Entspannung nutzt auch Fluchthelfern aus dem Westen.

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Wolfgang Herrmann trifft sich mit ihnen.

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Der gebürtige West-Berliner blieb aus Liebe zu seiner Frau 1961 im Osten.

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Nun aber will er zurück.

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Ich bin ja pfiffig.

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Immer, wenn im Osten politische Entscheidungen anstanden, dann waren die immer aufgefordert, höflich und nett zu sein.

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Und damit habe ich gerechnet.

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Dass die in der Woche auch an der Grenze höflich und nett sind.

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Der Verkehrsvertrag über Reiseerleichterungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR soll in Kraft treten.

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Wolfgang Herrmann nutzt die Gelegenheit.

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Am 25. Oktober trifft er sich mit Fluchthelfern an der Autobahnraststätte Michendorf.

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Die Zeit drängt: Herrmann ist im Osten in zwielichtige Geschäfte verwickelt und droht aufzufliegen.

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Frau und Kind bleiben zurück...

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Ich lag dann 3,5 Stunden im Kofferraum.

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Auf dem Reifen, ich hatte alles blau, habe Luft gekriegt.

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Heute könnte ich das nicht mehr, ich hätte Todesangst.

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Und die haben Witze erzählt, Radio gehört und und und.

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Dann haben sie drüben im Westen den Kofferraum aufgemacht.

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Und ich komme da so hoch, da steht neben mir ein riesiger Reisebus und die ganzen Leute steigen da alle aus.

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Und ich komme da wie Jesus aus der Gruft.

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Ich habe mich so geschämt.

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Da habe ich gedacht, Herrmann, was hast du jetzt wieder angestellt.

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Fünf Tage nach seiner Flucht nach Westdeutschland ist Wolfgang Herrmann wieder in seiner alten Heimat West-Berlin.

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Nun in Freiheit reizt es ihn, auf seine Weise gegen die Mauer zu protestieren.

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„Ich habe in einer Spedition gearbeitet.

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Da hatten wir immer diese französischen Liegen.

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Die waren immer in großen Kartons verpackt, weil das so teure Möbel waren.

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Und dann hatte ich abends immer den ganzen Wagen voll Pappe.

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Und die musste ich entsorgen.

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Und da hatte ich an der Mauer in Frohnau, Schönerlinder Straße, die Liegen.

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Und der LKW war ja groß und hoch und da bin ich ganz dicht an die Mauer gefahren, habe die ganzen Kartons rauf aufs Auto geschmissen.

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Und dann die ganzen Kartons nach dem Osten rüber geschmissen.

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Dann kamen die alle mit Kameras und Fotoapparaten und haben geschimpft und getobt.

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Ich sagte: was meckert ihr denn so, ihr braucht doch Sekundärrohstoffe.

