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Frühjahr 1972. Ost-Berlin kündigt neue Reiseerleichterungen an.

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West-Berliner dürfen über die Oster-Feiertage in den Osten der Stadt reisen.

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Für manchen West-Berliner noch lange kein Grund zum Jubel:

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Wie beurteilen Sie die Möglichkeit , Ostern und Pfingsten nach Ost-Berlin rüberfahren zu dürfen?

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Für mich gesehen, also ich habe zwar einen Bruder drüben, aber deswegen fahre ich nicht rüber. Denen schmeiße ich mein Geld nicht in den Rachen!

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Sie fahren nicht rüber?

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Nein.Nein!

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Viele sehen das anders. Für sie lässt der Senat Merkblätter verteilen.

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Sie erläutern die komplizierte Beantragung von Besuchsgenehmigungen.

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In den fünf eigens eingerichteten Besucherbüros im Westteil der Stadt gehen in drei Tagen fast 60.000 Reiseanträge ein.

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Die Bearbeiter sind verdeckte Stasileute aus Ost-Berlin.

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Vor ihnen steht auch Gert Knecht. Der damals 33-Jährige will mit seiner Frau Freunde besuchen.

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Die haben nach ihren Vorschriften gearbeitet und wir waren natürlich die Bückeberger, wir sind dann eben mit Bückmann hingegangen und haben das hingehalten.

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Und dann war man erfreut, wenn man nach 2 Tagen die Einreisepapiere bekommen hat.

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Auf der Ostseite der Mauer stellt man sich auf die Besucher ein.

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Die Stasiapparat wird aufgestockt. Den Soldaten wird „Westkontakt“ untersagt.

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Andererseits will man weltoffen wirken.

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Hotels werden renoviert, „Goldbroiler“-Bars entstehen.

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Grenzposten sind angewiesen, besonders freundlich zu sein.

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„Auf Wiedersehen!“- „Ja!“- „Gute Fahrt“-

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Am 29. März 72 ist es dann so weit. West-Berliner dürfen wieder in den anderen Teil der Stadt.

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Ergreifende Wiedersehensszenen, sechs lange Jahre hat es so etwas nicht gegeben.

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Überfüllt: der Bahnhof Friedrichstraße, über den die meisten West-Berliner einreisen.

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Auch Gert Knecht und seine bestellten Mitbringsel werden sehnlichst erwartet.

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Man konnte ja nicht alles über Telefon sagen und dann haben sie umschrieben, was sie gerne haben möchten.

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Und dann haben wir das mitgebracht.

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Kaffee, Schokolade und für die Kleine so einen Anzug.

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Den wollte sie haben, und den hat sie auch gekriegt.

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Für viele ist es ein Besuch in einer inzwischen fremden Stadt.

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Das Zentrum - kaum wiederzuerkennen.

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Mancher West-Berliner ist überrascht...

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Ich bin sehr beeindruckt, sie haben doch viel Neues geschaffen hier.

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Bloß das Alte findet man hier nicht wieder.

