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5. Juni 1965. Ein schöner Sommertag.

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Der West-Berliner Hermann Döbler unternimmt gemeinsam mit einer Begleiterin einen Bootausflug.

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Vom Wannsee im offenen Sportboot über die Havel zum Teltowkanal.

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Hier irgendwo ist die Grenze. Wo genau, ist allerdings schwer zu erkennen.

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Versehentlich dringen die beiden Ausflügler auf DDR-Gebiet vor.

00:21.681 --> 00:24.943
Da eröffnen Grenzsoldaten das Feuer, gezielte Schüsse.

00:24.943 --> 00:31.623
Hermann Döbler wird viermal getroffen – er ist sofort tot. Seine Begleiterin überlebt schwer verletzt.

00:31.623 --> 00:34.965
Politik und Öffentlichkeit im Westen sind geschockt.

00:34.965 --> 00:42.340
Was geschehen ist, kann ich nicht anders als kaltblütigen Mord nennen.

00:42.340 --> 00:50.750
In einer friedlichen Stadt, an einem friedlichen Tag, friedliche Bürger abzuknallen,

00:50.750 --> 00:56.858
muss eine Empörung auslösen, die in der ganzen Welt geteilt wird.

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Im DDR-Fernsehen wird die Schuld beim Erschossenen gesucht. 
Und man verteidigt die Maßnahme:

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In Wirklichkeit drang Döbler fast hundert Meter tief in den erst zur Hälfte und dann völlig der DDR gehörenden Teltowkanal ein.

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Dabei sahen er und seine Begleiterin provokatorisch zum Postenturm unserer Grenztruppen hinauf.

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Die Staatsmacht der DDR ist keine Redensart.

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Entweder achtet man sie oder man rennt sich an ihr den Kopf ein.

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Die Beisetzung von Hermann Döbler: Über eintausend Westberliner erweisen ihm die letzte Ehre.

