﻿WEBVTT

00:00.000 --> 00:07.408
Das Brandenburger Tor am Morgen des 13. August 1961:

00:07.408 --> 00:13.135
Hermetisch abgeriegelt von Volksarmee, Grenzpolizei und den Kampfgruppen der Arbeiterklasse.

00:13.135 --> 00:20.746
Männer die im Ernstfall ihre Betriebe verteidigen sollen, ausgebildet, nach harter Arbeit, meist an den Wochenenden.

00:20.746 --> 00:25.989
Nicht leicht für die meisten, die eigentlich lieber bei der Familie sein wollen.

00:31.760 --> 00:34.055
Gegen 8 Uhr klingelte es.

00:34.055 --> 00:39.852
Kommt unser Nachbar rüber und sagt, „hast du schon gehört, die machen die Grenzen zu!“

00:39.852 --> 00:44.156
Das war für mich das Stichwort.

00:44.156 --> 00:52.909
Wir mussten uns von der Kampfgruppe aus – so war das geplant - bei irgendwelchen Vorkommnissen  in der Firma melden.

00:52.909 --> 00:59.013
In der Firma war eine Kleiderkammer, wo die Uniform der Kampfgruppe war.

00:59.013 --> 01:05.530
ehr als 5.000 Kämpfer stehen bereit, um die Grenze zwischen Ost und West zu schützen.

01:05.530 --> 01:15.189
Wir haben stundenlang gestanden ohne etwas zu trinken oder zu essen zu bekommen.

01:15.189 --> 01:18.558
Wir haben nach 3 Tagen das erste Essen bekommen.

01:18.558 --> 01:23.131
Unser Stützpunkt war das Rote Rathaus.

01:23.131 --> 01:29.045
Wir haben dort im großen Saal auf der Erde geschlafen, da wurden nur Matten und Decken hingelegt.

01:29.045 --> 01:35.280
Immer entsprechend des Einsatzbefehls wurden wir abgerufen!

01:35.280 --> 01:40.190
Für Heinz Kube eine Qual, an die er nur ungern zurückdenkt.

01:40.190 --> 01:52.750
Nach 10 Tagen rückte dann ein Sanitätszug an und da sind wir zum ersten Mal unsere Stiefel losgeworden.

01:52.750 --> 01:55.525
Viele haben Blasen gehabt.

01:55.525 --> 02:00.865
Und wenn man 10 Tage die Stiefel anhat. Tag und Nacht, da ist dann schon allerhand los.

02:00.865 --> 02:11.924
Große Schüsseln und Eimer wurden mitgebracht und da wurden dann unsere Füsse gewaschen und wir bekamen neue Socken.

02:18.290 --> 02:31.129
Ein kleiner Junge von 5-6 Jahren, hat sich dort unbemerkt bei uns durchgeschlingelt und ist Richtung West-Berlin gelaufen.

02:31.129 --> 02:37.434
Die Mutter, die hinter uns gestanden hat, rief, er möchte zurückkommen.

02:37.434 --> 02:42.351
Er kam nicht. Da sagte unser Kommandeur, „Sie holen jetzt sofort den Jungen zurück!“

02:42.351 --> 02:49.691
Die Frau ist durchgegangen, geht hin zu den Jungen, dreht sich noch zu uns um, winkt und verschwindet nach drüben.

02:49.691 --> 02:54.675
Erlebnisse, die strenger Geheimhaltung unterliegen, auch für Heinz Kube.

02:54.675 --> 03:03.054
Wir hatten Order gehabt, keine Verbindung mit unseren Angehörigen anzunehmen.

03:03.054 --> 03:08.080
Weder mit Frauen, Kindern, Brüdern, Schwestern, Nachbarn, Freunden.

03:08.080 --> 03:20.450
Es wurde verboten, auch telefonisch, mit Jemanden in Kontakt zu treten, weil man sonst eventuell verraten könnte, wo man und was man macht.

03:22.235 --> 03:24.333
Nach rund drei Wochen war Schluss für Heinz Kube.

03:24.333 --> 03:27.893
Er durfte seine Uniform wieder ausziehen, der Alltag ging weiter.

03:27.893 --> 03:40.466
Man war ja gezwungen mitzumarschieren.

03:40.466 --> 03:48.678
Ein Glück, dass diese Zeit vorbei ist und sich so etwas hoffentlich nie wieder wiederholt!

