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Bahnhof Friedrichstraße: Hier erlebt Monika Flindt als 19-Jährige die Nacht zum 13. August 1961

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Die Nacht von Sonnabend auf Sonntag

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Wir sind von einer Party gekommen aus Köpenick und wollten zum Lehrter Bahnhof, weil wir dort umsteigen mussten.

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Friedrichstraße war Ende. Wir dachten, es ist ein Kurzzug und der  nächste kommt gleich.

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Aber dann gingen die Türen auf und die Volkspolizisten standen mit Maschinenpistolen vor uns.

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Der Zug endet hier und Sie müssen zu Fuß zum nächsten Bahnhof.

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Das war das erste Mal, dass Jemand eine Maschinenpistole auf mich gerichtet hat.

00:47.652 --> 00:50.842
Wir wussten gar nicht was los war.

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Da wurde uns gesagt, Ost-Berlin wird abgeriegelt und jetzt seht zu wie ihr nach Hause kommt.

00:57.495 --> 01:08.725
Gerade ist sie noch  in Feierlaune, die gute Stimmung von der Party hält bis zur Friedrichstraße an,  als sich plötzlich die Welt verändert.

01:08.725 --> 01:24.232
Wir mussten erst einmal unsere Ausweise zeigen, ob wir von hier sind, denn wir durften ja nicht weiter rüber.

01:24.232 --> 01:30.611
Keine wusste genau was Sache ist.

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Hier sind wir dann morgens um drei runtergegangen und dann an der Spree entlang zum Lehrter Bahnhof.

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Der ist ihr ursprüngliches Ziel -  aber  zu Fuß?

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Wir sind dort angekommen und dann war der Stacheldraht etwa so hoch ausgerollt.

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Die VoPos oder Grenzsoldaten – vorher nochmal Ausweise zeigen -  standen da und haben mir rübergeholfen.

02:03.971 --> 02:06.800
Und meinten, ich solle auf meine Kleiderstrümpfe aufpassen.

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Also für mich war das damals kein Soldat, sondern ein Junge so wie ich damals ein Mädchen war.

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Er wusste selber nicht was los war.

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Hilflos und unsicher. Er war nur darauf bedacht, dass wir heil rüberkamen.

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Eine schicksalhafte Nacht.

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.Trotz Maschinenpistolen und beginnendem Mauerbau hat Monika Flindt noch ganz andere Sorgen…

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Ich hatte Angst nach Hause zu kommen, denn ich wohnte ja in Lichtenrade und habe auch einen strengen Vater gehabt. 

02:38.358 --> 02:41.562
Das war sehr belastend.

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Es wird schließlich 8 Uhr morgens, als sie in der Buckower Chaussee ankommt.

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Ich bin dann nach Hause gekommen und habe meinen Vater dann in meinem Bett vorgefunden.

02:55.383 --> 02:59.166
Er fragte mich, wo ich herkomme.

02:59.166 --> 03:03.690
Ich sagte, die haben Ost-Berlin zugemacht und wir sind nicht weitergekommen.

03:03.690 --> 03:07.020
Da sagte er, noch so eine Ausrede und du bekommst von mir eine Schelle.

03:07.020 --> 03:14.227
Dann habe ich das Radio angemacht und da haben sie es überall durchgegeben.

03:14.227 --> 03:16.276
Dann hat mich mein Vater schlafen gehen lassen.

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Für Monika Flindt bedeutet der Mauerbau auch eine Trennung von ihren Verwandten.

03:23.137 --> 03:26.128
Ihren Großvater sieht sie nie mehr wieder.

03:26.128 --> 03:32.712
Erst zu seiner 	Beerdigung 1963 darf sie das erste Mal wieder nach Ost-Berlin.

