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Im Dezember 1963 wird die Mauer etwas durchlässiger - zumindest für	 West-Berliner.

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Das „Passierscheinabkommen“ ermöglicht ihnen zum ersten Mal seit dem Mauerbau, ihre Verwandten im anderen Teil der Stadt zu besuchen.

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Wir alle haben lange genug auf diese Nachricht warten müssen.

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Nun wissen wir, dass das Weihnachtsfest für hunderttausende Berliner in beiden Teilen der Stadt schöner werden kann.

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Das Passierscheinabkommen ist ein erster Schritt der Annäherung in der mauergeteilten Stadt.

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Eine Anerkennung der DDR aber soll es nicht sein.

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Deshalb dürfen weder Volkspolizisten noch DDR-Grenzer im Westen Besuchsanträge entgegennehmen.

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In den Ausgabestellen sitzen Männer in den Uniformen der Ost-Post.

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Hunderttausende West-Berliner wollen „rüber“ und stehen Schlange vor den Ausgabestellen – bei eisigen Temperaturen, ewig lang.

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Die zwölfjährige Regine Fritzsche aus West-Berlin möchte mit ihrer Familie die Lieblingstante in Ost-Berlin besuchen.

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Meine Familie hat dann zwei Tage lang angestanden, rund um die Uhr, immer abwechselnd.

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Ich habe nicht mit angestanden, weil ich noch zu klein war, aber ich habe meine Verwandten mit Essen versorgt.

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Und da wurde dann Suppe gekocht und dann hat derjenige, der gerade Dienst hatte, ein bisschen 'was Warmes bekommen.

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Am 19. Dezember öffnet sich die Mauer zum ersten Mal einen Spalt breit– nur wenige Tage und ausschließlich für West-Berliner.

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Wiedersehen nach über zwei Jahren.

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Freudentaumel. Ost- und West-Berliner liegen sich in den Armen.

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Sie hatte mir meine heißgeliebten Bonbons gekauft.

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Es gab so Karamellbonbons, die hatte sie mir gekauft.

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Und das war so als wenn ich nach Hause komme zu ihr.

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Endlich war sie dann wieder da und es war wie früher.

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Ost-Berliner, wie Liselotte Kubitza, freuen sich über „Besuch von drüben“, über Onkel, Tante, West-Verwandte.

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Und wir lagen uns in den Armen, ich fange jetzt noch an zu weinen in Erinnerung.

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Wir lagen uns in den Armen und Tränenden Auges haben wir die dann auch wieder zurückgebracht an die Grenze.

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Also wie gesagt, das war sehr, sehr ergreifend alles, ja!

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Die Besuchszeit endet am 5. Januar 1964.

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700.000 West-Berliner waren in Ost-Berlin.

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Es war ein Anfang und eine Hoffnung für die Berliner.

