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In diesem Haus ist Jürgen Franke groß geworden. In der Dimitroffstraße, der heutigen Danziger.

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Vor 50 Jahren ein leidenschaftlicher Kinogänger, den es wie viele andere Jugendliche immer wieder in den Westen zieht.

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Nach Gesundbrunnen, nur ein paar Kilometer entfernt.

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Hier spielt für ihn das Leben, vor allem auf der Leinwand.

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Hier an der Stelle war das Kino Corsa, wo wir am 12. August 61 im Kino waren.

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Hier waren ja mehrere Kinos noch gewesen, hier hinter war noch die Lichtburg.

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Die Filme mit Elvis Presley, Bill Haley, oder Caterina Valente und Brigitte Bardot.

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Das waren Idole. Die haben wir uns gerne angesehen.

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Das war Interessant, auch die Cowboy und Indianer Filme. Das hat uns gereizt.

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Jugendliche Grenzgänger werden auf Ost-Berliner Seite oftmals argwöhnisch unter die Lupe genommen.

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Wir haben uns im Vorverkauf Karten geholt und sind dann zurückgegangen.

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Einer unserer Bekannten ist kontrolliert worden und ihm wurde seine Kinokarte weggenommen.

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Es waren ja Platzkarten und dann haben wir gemerkt, dass dieser Söldner, der uns die Karte weggenommen hat, neben uns saß.

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Ein ganz gewöhnlicher Sonnabend mitten im Sommer.

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Jürgen Franke ist wie so oft auf Kino-Tour rund um den Bahnhof Gesundbrunnen.

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Wieder mit seinen Schulfreunden  zu einer Spätvorstellung, die erst nach Mitternacht zu Ende geht.

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Er gehörte mit seinen Kumpels zu den Letzten, die noch unbehelligt über die Bernauer Straße kommen.

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Zurück in den Osten nach Prenzlauer Berg.

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Wir kamen der Grenze näher und haben schon vom weiten gesehen, dass irgendetwas ungewöhnlich war.

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Scheinwerfer standen und es war auf der Straße die Volkspolizei und ab und zu einer von der Kampfgruppe.

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Die Straße war halb ausgerollt mit Stacheldraht.

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Wir waren Jugenliche und haben es nicht für voll genommen und sind dann nach Hause gefahren.

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Sonntagfrüh, es war so sechs, halb-sieben, weckt mich meine Mutter und sagt, „Junge, die Grenzen sind zu.“

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 Ich guckte sie mit groß an und sagte: „Kann nicht sein, ich bin noch um Halb 1 rübergekommen." 

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„Doch, doch die Grenzen sind zu. Haben die im Radio eben angesagt.“

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Wir haben uns noch mit drei Bekannten, es waren Schulfreunde,  getroffen und sind hoch zur Bernauer Ecke Schwedter.

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Wir haben geguckt und weiß Gott, diese Kampfgruppen standen einer neben den anderen mit Gewehren.

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Und hinter ihnen war der Stacheldraht ausgerollt und die ersten Beton-Teile wurden angefahren.

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Jürgen Franke auf Spurensuche. An der Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße. Nach 50 Jahren.

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Man hat ja nie geglaubt. Man dachte, irgendwie renkt sich das schon wieder ein,  dass wir rüberkommen.

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Wir wollten ja mal wieder ins Kino, wir wollten mal wieder rüber.

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Aber leider, leider, leider hat es dann sehr lange gedauert. Es war eine unschöne Zeit.

