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Die Sektorengrenze zwischen Rosenthal und Wittenau.

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Für Annemarie Salzmann und ihren Freund der gefährliche Übergang in die Freiheit.

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Die Flucht bei Nacht und Nebel, unter Lebensgefahr im Todesstreifen.

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Es war einfach so dramatisch.

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Man ist  nachher nur noch nach vorne gerobbt bis man es geschafft hat und in West-Berlin ist.

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Als im Jahr zuvor die Mauer gebaut wird, lernt die 17-Jährige  ihren inzwischen verstorbenen Mann kennen.

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In Eberswalde betreuen die beiden  Ost-Berliner Kinder.

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Die frisch Verliebten schmieden bald Fluchtpläne, wollen raus aus der Enge des DDR-Alltags.

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Mein Mann wollte halt weg, weil er nicht zum Militär wollte und es einengend fand.

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Ich wollte auch weg, weil ich angefangen habe Kindergärtnerin zu lernen.

01:07.018 --> 01:16.342
Und mir nicht klar war, warum ich einem 3-jährigen Kind den Kommunismus erklären muss.

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Das verstehen Kinder doch noch nicht!

01:17.462 --> 01:22.062
Im März 1962 wagen sie Flucht.

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Mit der Straßenbahn fahren sie nach Einbruch der Dunkelheit nach Rosenthal.

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Mit Tarnanzügen und festen Lederhandschuhen im Gepäck.

01:29.912 --> 01:34.762
Hier im Norden Berlins sei es günstig, hat ihnen ein Freund verraten.

01:34.762 --> 01:38.851
Wir haben den Tipp bekommen von dem Freund von meinem Mann.

01:38.851 --> 01:47.637
Er ist hierrüber gegangen und dann haben wir gedacht, dass müssen wir auch schaffen.

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Rosenthal liegt am Stadtrand.

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Die Grenze ist weitestgehend  unbeleuchtet.

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Minen gibt es keine.

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Annemarie Salzmann und ihr Freund ziehen sich ihre Overalls an, feste Arbeitskleidung, um im offenen Gelände nicht aufzufallen.

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Mit Lederhandschuhen wollen sie den Stacheldraht überwinden.

02:09.260 --> 02:11.120
Es war ja ein Dreieck dieses Feld.

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Da war der Wilhemsruher Damm und dort die Quickborner Straße.

02:14.553 --> 02:18.824
An der Quickborner und an dem Wilhemsruher war jeweils ein Posten.

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Wir haben die und die Hunde auch immer gehört, aber wir hatten echt Glück, dass die nicht Patrouille gegangen sind.

02:27.996 --> 02:31.918
Mühsam robben die beiden in Richtung Stacheldrahtzaun.

02:31.918 --> 02:35.639
Es ist neblig. Im Schutz der Nacht  kommen sie gut voran.

02:35.639 --> 02:39.106
Bis sich plötzlich das Licht am Himmel ändert.

02:43.047 --> 02:51.611
Als wir aufs Feld gegangen sind, war es nebelig und da dachten wir: "Ja Prima, ist der liebe Gott bei uns und sagt, Ok ihr schafft es.“

02:51.611 --> 02:58.363
Nach kurzer Zeit kam aber  der Vollmond 'raus und dann hatten wir vor es eigentlich abzubrechen.

02:58.363 --> 03:07.397
Nach einer Viertel Stunde war es aber wieder so nebelig, dass wir dann den ersten Zaun praktisch genommen haben.

03:07.397 --> 03:12.707
Um zu diesem Zaun zu kommen, müssen sie auf den Damm der stillgelegten Heidekrautbahn.

03:12.707 --> 03:17.744
Der bildet hier die Grenze. Der gefährlichste Moment der Flucht.

03:17.744 --> 03:27.489
Das war eigentlich das größte Hindernis, weil da erst Stacheldraht war und auf den Gleisen lag so eine Stacheldrahtrolle

03:27.489 --> 03:33.131
und hinter den Gleisen nochmal ein ganz eng-maschig gespannter Stacheldrahtzaun.

03:33.131 --> 03:41.295
Durch die Handschuhe konnte man immer den Anderen das auseinanderziehen und durchhelfen.

03:41.295 --> 03:46.494
Man ist natürlich auch hängen geblieben logischerweise, dass ist bei Stacheldraht ja immer dramatisch.

03:46.494 --> 03:50.371
Dann haben wir es geschafft und waren im Westen.

03:50.371 --> 03:57.951
Der Stacheldraht der ersten Jahre, für viel kein wirkliches Hindernis, solange 	die Grenzsoldaten nicht hinschauen.

03:57.951 --> 04:02.613
Später wird die Grenze  auch hier höher und undurchdringlicher ausgebaut.

04:05.259 --> 04:10.266
Annemarie Salzmann zieht mit ihrem Freund ins Rheinland

04:10.266 --> 04:14.161
Sie heiraten und leben zusammen, bis er vor wenigen 	Jahren  stirbt.

04:14.161 --> 04:18.768
Als Erzieherin arbeitet sie nicht mehr. Sie ist Hausfrau und 	Mutter.

04:18.768 --> 04:20.950
Bereut hat sie ihre Flucht nie.

04:20.950 --> 04:24.875
Wir sind auch mit Nichts geflüchtet, nur das was wir anhatten.

04:24.875 --> 04:33.833
Dann fing das Leben hier an, zwar ungewiss, was wird und wie wird’s, aber ich würde sagen, es hat sich gelohnt.

04:33.833 --> 04:39.596
Heute lebt Annemarie Salzmann in Spandau und  blickt auf ein erfülltes 	Leben zurück.

