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In den 70er Jahren drohte Westberlin im eigenen Müll zu ersticken.

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Die 	Lösung lag im Osten, genauer: in den Orten Vorketzin und Schöneiche bei Zossen.

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Schon damals hatten die Anwohner eine Ahnung, was ab 1975 an Dreck und Gestank auf sie zukommen würde.

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74 haben wir die längste Gemeindevertretersitzung in Deutschland gemacht von abends um sieben bis nachts um halb drei.

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und wollten diese Standortgenehmigung, die damals der Rat des Bezirks mit dem Rat der Gemeinde hier durchgedrückt hat, kippen.

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Denn es gab ein Gesetz der örtlichen Volksvertretung, wo eben das Wohl der Bürger mehr einbezogen werden müsste

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und die Bürger bei der Entscheidung, und das wurde da nicht getan.

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Am Ende der langen Nachtsitzung stand ein 10-Punkte-Plan -  aber auch der wurde nicht eingehalten.

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In Schöneiche wurde verklappt, was der Westen 	rüberschickte.

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In diesem Vertrag verpflichtet sich die DDR bis 1994 35 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle, 38 Millionen Kubikmeter Bauschutt,

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sowie 18 Millionen Kubikmeter Bodenaushub abzunehmen.

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Den Senat wird dieses Geschäft mindestens anderthalb Milliarden Mark kosten

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Bei Probebohrungen auf  der inzwischen sanierten Deponie, kommen auch heute noch Zeugnisse des Wohlstandsmülls zu Tage.

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Damals war es für viele ein aufregender Ort.

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Mit der Eröffnung der Deponie hatte ein wahrer Mülltourismus eingesetzt.

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Da waren ja auch bestimmte dann Abfälle dort mit drin, wo man glaubte, man könne damit noch was anfangen.

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So und der eine meinte damit, dass der Teppich eben noch gebrauchsfähig war oder der andere sagte,

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also die Zeitung die ausm Westen kommt ist immer noch ein bisschen interessanter als das neue Deutschland.

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Also nehme ich mal die Zeitung und nehm’ die und les’ die und verteil’ die, oder verkauf’ die meinetwegen auch noch

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Und das Kurioseste war eigentlich noch gewesen, dass dann unsere Kameraden in Wünsdorf  -  die Russen -  das Spitz gekriegt haben,

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da haben dann die Offiziere die Jungs mitm Schwimmpanzer hingeschickt und dann haben die für die, die Pornohefte gesucht,

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damit die ihr lustiges Treiben da  in Wünsdorf machen konnten.

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Aber auch für die Westberliner Müllkutscher entwickelte sich die Tour in den Osten zu einem lukrativen Geschäft.

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Bis zu dreimal täglich fuhren sie über den Kirchhainer Damm in Berlin Lichtenrade Richtung Schöneiche – voll hin, leer zurück.

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Nicht alle, denn die  Verlockungen des zollfreien Einkaufs im Intershop waren zu groß.

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Ende Oktober entdeckten die Fahnder bei der Überprüfung dieses Müllfahrzeugs, vor dem Querträger über der Hinterachse,

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einen mit Blechen getarnten Hohlraum.

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An der Unterseite war das Blech an dem Transporter angeschweißt worden.

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So entstand eine 80x80x30cm große Kammer, in der 5000 Zigaretten versteckt waren.

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Nach dem Fall der Mauer meldeten sich auch die Anwohner der Deponie Schöneiche wieder zu Wort.

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Im Januar 1990 forderten sie, den illegal verklappten Giftmüll aus der Deponie umgehend zu entfernen.

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Heute ist die Anlage versiegelt und liefert rund 6 Millionen Kubikmeter Deponiegas für ein Blockheizkraftweg.

