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Wie ein gestrandetes Schiff liegt sie am Ufer der Havel.

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Die 	Heilandskirche ist für Norbert Greger schon als Kind ein Anziehungspunkt.

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Mit seiner Mutter besucht er Mitte der 50er Jahre zum ersten Mal den Gottesdienst.

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Es wird zu einem Sonntagsritual, das 1961 abrupt endet.

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Die Mauer ging jetzt hier lang und dann gehen wir mal weiter und wo die Bank ist da war das Eingangstor zur Kirche.

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Ja? Da war das Eingangstor zur Kirche und dann lief sie da weiter lang.

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Dann hatten wir einen Zaun mit Selbstschussanlagen und der verlief genau hier an dieser Waldgrenze.

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Hinter der Birke war ein Zaun mit Selbstschussanlagen.

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Man wollte ja hierher, aber man wusste ja, dass das abgeriegelt war und nicht zugänglich war.

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Der Glockenturm wird mit Betonplatten in die Sperrmauer eingebaut.

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Für die Gläubigen wie Norbert Greger rückt die Kirche in unerreichbare Ferne.

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Die einzigen, die noch in die Nähe der Kirche kommen, sind die Grenzer.

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Der Grenzkommandeur hatte den Schlüssel für die Kirche, für den Turm.

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Und 	so weit ich das zurückverfolgen kann, in den 16 Jahren, hat der normale Soldat die Kirche nie von innen gesehen.

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Der wusste gar nicht, wie sie innen aussieht.

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Sie ist, wie sich später zeigt, von innen zerstört und ausgeplündert.

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1985 bekommt sie, unterstützt vom West-Berliner Senat, ein neues Dach, damit sie nicht völlig in sich zusammenfällt.

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Von alldem bekommt Norbert Greger nichts mit.

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Erst Heiligabend 1988 betritt er nach fast 30 Jahren zum ersten Mal wieder die Heilandskirche.

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Hier vorne saß Herr Diepgen und Herr Momper und wir haben gesungen und standen hier in der Apsis.

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Ja? Und ich stand hier ganz hinten.

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Und zwar, die 	Männer kommen nach hinten und die Frauen kommen nach vorne.

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Und dann haben wir hier gestanden uns hier so rüber…

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Hunderte sind beim Gottesdienst im  Sperrgebiet dabei, zwischen Mauerteilen und Stacheldraht.

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Sogar auf der anderen Seite der Havel stehen sie vor der Kirche.

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Schnell wird mit der Arbeit begonnen.

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Der Sternenhimmel, Wandbemalungen und das Dach werden repariert und rekonstruiert.

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Dabei ist jede helfende Hand willkommen, auch beim Ausbessern des Ziegelfußbodens.

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Frau Hedwig-Bollhagen war hier.

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Und jetzt war die Frage, ja wie sollen wir denn die Ziegel restaurieren und instand setzen.

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Und dann hat Frau Bollhagen gesagt, so in ihrer originellen Art: "ja, ich mach auch Töpfe und Henkel, mit Ziegeln kann ich es ja mal versuchen."

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Und in drei Tagen hat diese Dame aus dem Nichts eine Technologie erarbeitet und Sie sehen, die Ziegel sind noch vorhanden.

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In den folgenden Jahren wird die Kirche weiter instandgesetzt.

03:06.922 --> 03:10.815
2009 zieht eine neue Orgel in die Kirche ein.

03:10.815 --> 03:15.800
Heute ist vom 	einstigen Verfall und vom Grenzverlauf kaum noch etwas zu sehen.

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Und für Norbert Greger ist die Heilandskirche fast wieder wie die Kirche seiner Kindheit.

