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1989, Kommunalwahlen in Ost-Berlin und überall im Land.

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Laut Wahlgesetz ist die Stimmauszählung öffentlich.

00:08.979 --> 00:13.263
Oppositionelle wollen erstmals von ihrem Recht Gebrauch machen und die Wahlen „überwachen“.

00:13.263 --> 00:18.031
Mario Schatta gehört zum Weißenseer Friedenskreis:

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Wir sind einfach diese ganzen Straßen abgeradelt, beziehungsweise einige von uns hatten auch ein Auto.

00:26.006 --> 00:30.517
Zwei, sind dann die Außenbezirke abgefahren und haben aufgeschrieben, wo ist welches Wahllokal.

00:30.517 --> 00:39.564
Bis zum Wahltag können die Oppositionellen im Stadtbezirk Weißensee tatsächlich alle Wahllokale ausfindig machen.

00:39.564 --> 00:44.411
Ihr Plan: Jeweils drei Leute kontrollieren die Auszählung vor Ort.

00:44.411 --> 00:51.218
Die größte Angst war eigentlich so, dass die Stasi das Gebiet hermetisch abriegelt und wir das einfach nicht durchführen können.

00:51.218 --> 00:56.864
Das war am ehesten schon die Angst: Können wird das überhaupt so machen, wie wir uns das gedacht haben.

00:56.864 --> 00:58.252
Oder gibt es irgendwas, was wird übersehen haben.

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7. Mai - Wahlsonntag: Das Ritual nimmt seinen Lauf.

01:02.766 --> 01:07.993
„Zettel-falten“ und die Einheitsliste mit den linientreuen Kandidaten ist gewählt.

01:07.993 --> 01:11.293
Gegenstimmen gibt es kaum. Offiziell zumindest.

01:11.293 --> 01:17.398
Die Polizei behindert die ungeliebten Wahlbeobachter - und Stasimitarbeiter observieren sie.

01:18.713 --> 01:24.385
Mario Schatta koordiniert am Wahltag im Schutz der Kirche die Aktion in Weissensee.

01:24.385 --> 01:29.571
Zum ersten mal müssen sich die Genossen beim Stimmenzählen auf die Finger sehen lassen

01:33.794 --> 01:37.752
Nach 19 Uhr, also nach der Auszählung 19.00 Uhr -19.30 kamen die ersten an.

01:37.752 --> 01:40.288
Wir haben das dann relativ schnell zusammengezählt.

01:40.288 --> 01:43.212
Hat übrigens auch ein Stasimitarbeiter für uns  gemacht, das Zusammenzählen.

01:43.212 --> 01:49.243
Der Gunter Seifert. Aber, der hat das gut gemacht und dadurch hatten wir relativ schnell dann auch die Wahlergebnisse.

01:49.243 --> 02:01.707
ür die Wahlvorschläge der Nationalen Front der DDR wurden 12 182 050 gültige Stimmen abgegeben.

02:01.707 --> 02:06.866
Das sind 98,85 %.

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„Frisierte Zahlen“: Bis zu 20 Prozent Nein-Stimmen haben die DDR-Bürgerrechtler gezählt.

02:13.181 --> 02:16.587
Gegen den Wahlbetrug protestieren sie auf dem Alexanderplatz.

02:16.587 --> 02:19.521
Es ist der Anfang vom Ende der DDR.

