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März 1988 . Zwischen West- und Ost-Berlin wird ein Gebietsaustausch 	unterzeichnet.

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Betroffen ist auch das etwa vier Hektar große „Lenné-Dreieck“ am 	Potsdamer Platz.

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Es liegt zwar auf der westlichen Seite der Mauer, gehört aber zu Ost-Berlin.

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Das einstige Brachland wird zur Touristenattraktion.

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Fünf Wochen vor der Übergabe an den Westen haben Linksalternative das Gelände besetzt.

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Der Senat will hier entlang eine Autobahn bauen.

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Dagegen protestieren die Besetzer. Für sie gibt es hier schützenswerte Natur.

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Ost-Berlin duldet das bunte Treiben.

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Und die West-Berliner Behörden können nur zusehen.

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Sprecher und inoffizieller „Bürgermeister“ des Hüttendorfes ist Stephan Noé.

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Man ist dem Senat auf der Nase herumgetanzt.

00:47.248 --> 00:54.344
Stellen sie sich vor, mitten in der Stadt sind 200 Leute, die sich einen Dreck darum scheren, was irgendwelche Stadtbüttel erzählen.

00:54.344 --> 00:56.327
Das konnten die sich nicht gefallen lassen.

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Noch gehört das Lenné-Dreieck zu Ost-Berlin.

00:59.855 --> 01:02.898
Das ist an einer Räumung nicht interessiert.

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Trotzdem will der Senat Stärke zeigen und umzäunt den rechtsfreien Raum.

01:07.365 --> 01:10.928
Man lässt die Besetzter spüren, was sie erwartet.

01:10.928 --> 01:14.422
Denn nach Ansicht der Polizei gehen von dort immer wieder Straftaten aus.

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Regelmäßig kommt es zu Auseinandersetzungen.

01:17.215 --> 01:22.593
Die einen schießen mit Tränengasgranaten und Wasserwerfern, die anderen schmeißen Pflastersteine.

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Ich sage mal so: Man hat schon mit den üblichen Argumenten die West-Berliner Polizei bedacht.

01:30.980 --> 01:34.037
So einfach mit Tränengas beschießen, ließ sich keiner.

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Und es war ja im weitesten Sinne Landfriedensbruch.

01:38.080 --> 01:44.961
Und ich glaube, einige Bauherren im Umfeld des Lenné-Dreiecks hatten auch einen extremen Materialschwund.

01:44.961 --> 01:47.436
Weil irgendwo musste das Bauholz für die Hütten ja her kommen.

01:47.436 --> 01:51.737
Am Morgen des 1. Juni schlägt dann die große Stunde der Polizei.

01:51.737 --> 01:54.010
Es ist der Tag des Gebietsaustausches.

01:54.010 --> 01:57.006
Das Gelände gehört nun offiziell zu West-Berlin.

01:57.006 --> 02:00.615
Mehrere Hundertschaften rücken vor, um zu räumen.

02:00.615 --> 02:07.156
Fast 200 Besetzter flüchten vor den Augen der Einsatzleiter und zahlreicher Reporter über die Mauer nach Ost-Berlin.

02:07.156 --> 02:11.664
Im Todesstreifen stehen Lastwagen bereit, die die Mauerspringer aufnehmen.

02:11.664 --> 02:16.219
Später wird den „Flüchtlingen“ sogar ein Frühstück in Ost-Berlin serviert.

02:16.219 --> 02:20.080
Dann können sie mit der U-Bahn zurück in den Westen fahren.

02:22.263 --> 02:26.569
Ich glaube, das ist auch die einzige Massenflucht, die jemals in diese Richtung stattgefunden hat.

02:26.569 --> 02:28.330
ch meine, das war ein Happening dann.

02:28.330 --> 02:35.270
Dass die sogar noch Hunde und Fahrräder auf ihren NVA-Transportern aus dem Grenzstreifen raus transportiert haben, dass war der Oberknaller

02:35.270 --> 02:40.820
Das hatte skurrile Züge. Und insofern war es gut.

02:40.820 --> 02:43.988
Stephan Noé hat sich gegen die Flucht über die Mauer entschieden.

02:43.988 --> 02:46.146
Dem Polizeieinsatz ist er entkommen.

