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Bilder des Tages.

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Die Menschen, die winken, gehören zu den über 40 DDR-Bürgern, die sich in die Ständige Vertretung der BRD in Ost-Berlin geflüchtet haben.

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Sie wollen damit ihre Ausreise erzwingen, allein dreizehn Kinder sollen dabei sein.

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Das sind die ersten Bilder, die es von ihnen gibt.

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Bilder, die auch in der DDR zu sehen sind.

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Und dort eine Kettenreaktion auslösen.

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Die 20-jährige Inge Albrecht aus Ost-Berlin hat schon mehrere gescheiterte Fluchtversuche hinter sich.

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Eine Freundin überredet sie, ihr Glück ebenfalls in der Ständigen Vertretung zu versuchen.

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Nun hatte sie wohl in den Nachrichten gehört, dass schon Flüchtlinge in der Botschaft wären.

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Und dann haben wir uns ganz, ganz, ganz kurzfristig dazu entschlossen, also innerhalb von ein paar Tagen.

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Zwei von über 50 Ausreisewilligen, die sich mittlerweile in der Ständigen Vertretung drängen.

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Im Gebäude herrschen unhaltbare Zustände.

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Niemand ist darauf vorbereitet, so viele Menschen zu beherbergen und zu versorgen.

00:53.622 --> 01:01.552
Also am schlimmsten fand ich, nicht zu wissen, wie lange sind wir in dieser Situation?

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Also zieht es sich jetzt noch Tage hin, Wochen, Monate, Jahre?

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Wir wussten nicht, wann können wir dieses Land hier verlassen, wann können wir diese Botschaft verlassen und werden wir verhaftet?

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Klappt das überhaupt? Also wir waren uns ja nicht sicher, ob das klappt, was wir da machen.

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Ost-Berlin schaltet auf stur.

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Die SED-Führung will auf jeden Fall vermeiden, dass die Lösung des Problems gegen ihre Interessen verstößt.

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Hans-Otto Bräutigam, damals Leiter der Ständigen Vertretung, sucht verzweifelt nach einem Ausweg.

01:34.115 --> 01:41.546
Das war für mich der Tiefpunkt in meiner gesamten Tätigkeit, es war eine richtig schwere Krise.

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Und diese Krise hätte, wenn sie nicht gelöst worden wäre nach knapp drei Monaten, hätte die Gesamtbeziehungen betroffen.

01:54.521 --> 01:57.615
Und wahrscheinlich zu einem schweren Rückschlag geführt.

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Am 26. Juni kapituliert er vor dem Andrang.

02:01.766 --> 02:04.059
Die Besucherpforten werden geschlossen.

02:04.059 --> 02:09.170
Eine Abkehr vom Prinzip der Offenen Tür. Aber eine Maßnahme ohne Alternative.

02:09.170 --> 02:12.791
Es wären ja hunderte Weitere gekommen.

02:12.791 --> 02:24.175
Entweder hätte die DDR die ständige Vertretung geschlossen, und das wollten wir um jeden Preis verhindern, oder wir wären vollgelaufen.

02:25.479 --> 02:30.423
Ende Juli gibt es schließlich eine Lösung für die noch 55 Flüchtlinge in der Vertretung:

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Nach zähen Verhandlungen garantiert Ost-Berlin den Ausreisewilligen Straffreiheit und die baldige Ausreise in den Westen.

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Jedoch müssen sie das Gebäude verlassen.

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Inge Albrecht gehört zu den letzten, die gehen.

02:44.227 --> 02:47.279
Ihr „Ausreiseversuch“ nimmt ein glückliches Ende.

02:47.279 --> 02:53.904
. Im Westen angekommen, fährt sie mit der S-Bahn ins Auffanglager Marienfelde.

02:55.665 --> 02:58.060
Und da saß dann auch eine Frau.

02:58.060 --> 03:02.702
Die habe ich angesprochen und habe gefragt, können Sie mir sagen, ob das hier die richtige Richtung ist nach Marienfelde?

03:02.702 --> 03:09.976
Und dann ist die aufgestanden und hat ganz laut, sodass viele das mithören konnten gesagt, Mädel, kommst Du gerade aus der DDR?

03:09.976 --> 03:11.719
Und da fing ich an zu heulen.

