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00:00.000 --> 00:05.825
In West-Berlin gibt es nach alliiertem Recht keine Wehrpflicht.

00:05.825 --> 00:11.994
Die Inselstadt wird deshalb Zufluchtsort für viele, die nicht zur Bundeswehr möchten.

00:11.994 --> 00:16.099
Ein Umzug in die Mauerstadt erspart ihnen den Wehrdienst.

00:19.792 --> 00:26.063
Preußischer Stechschritt in der sozialistischen Hauptstadt – Für die Ost-Berliner gilt die Wehrpflicht. 

00:26.063 --> 00:29.049
Dem entmilitarisierten Status zu Trotz.

00:29.049 --> 00:32.445
Wer „den Dienst an der Waffe“ bei der NVA verweigert, hat’s schwer.

00:33.770 --> 00:38.856
Michael Frenzel, Sozialdiakon in Ost-Berlin, hat sich trotzdem dafür entschieden.

00:38.856 --> 00:41.051
Er weiß, dass ihm nun Gefängnis droht.

00:44.964 --> 00:50.528
Es gab keine Alternative, man hätte noch darüber nachdenken können, wie es viele andere getan haben, nach Westdeutschland zu gehen.

00:50.528 --> 00:52.037
Aber das wollte ich eben auch nicht.

00:53.204 --> 00:57.597
Zivildienst gibt es in der DDR nicht, nur den Einsatz als Bausoldat.

00:57.597 --> 01:02.933
Für Michael Frenzel keine wirkliche Alternative, denn auch die gehören zur „Nationalen Volksarmee“.

01:02.933 --> 01:06.768
Vor dem Wehrkreiskommando trägt er seine Verweigerung vor.

01:06.768 --> 01:11.137
Er wird sofort in das Polizeipräsidium überstellt, in eine Arrestzelle.

01:15.640 --> 01:17.715
Es wurde geschlossen und geschlossen und geschlossen.

01:17.715 --> 01:25.189
Und da sag ich zu dem einen, "Mensch, das ist hier ja wie im Gefängnis" und da fingen die plötzlich an zu schreien:

01:25.189 --> 01:28.907
"Das Lachen wird ihnen noch vergehen!" Und von da an wurde nur noch geschrien.

01:28.907 --> 01:34.987
8 Monate Haft ist die Strafe für Verweigerer in Ost-Berlin. – Gegensätze in der geteilten Stadt.

